Phoenix steigt aus der Asche....

Es begab sich zu der Zeit, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, und jeder Minifan nach dem ultimativen Wagen suchte; meist ein Cooper S, deren Anzahl sich jählich mehrte und bald die der wirklich gebauten weit übertraf. Dabei wurde ein Modell fast aus den Augen verloren, der ursprüngliche Mini MK 1.

So kam es, dass ein zufällig während der Mittagspause aufgestöbertes Inserat fast unbeachtet blieb: zu verkaufen war ein Morris Mini, Baujahr 1961, nicht komplett aber noch zu retten, mit vielen Teilen für.......sehr wenig Geld.

Schnell wurde mit dem Inserenten ein Vororttermin ausgemacht und der "61er" Mini inspiziert. Schon damals ließ die vierstellige Seriennummer den Interessenten stutzig werden.


Kurzerhand wurde der Wagen gekauft und mit einer Wagenladung an Teilen in die heimische Garage verfrachtet. Dabei wurde nicht versäumt, ein Zertifikat mit allen bekannten Daten im British Motor Heritage Trust zu bestellen.


Das Zertifikat ließ nicht lange auf sich warten und gab nun Gewißheit: Der Wagen hatte zwar als Erstzulassungsdatum das Jahr 1961, war aber aus dem Baujahr 1959, also dem Ursprungsjahr des Minis.......Euphorie machte sich breit.


Es begann nun die Arbeit des Zerlegens und des Teilebestellens. Dabei wurde immer darauf geachtet, dass keine spezifischen Teile verloren gingen bzw. wurden viele fehlende Teile aus allen Teilen der Welt zusammengetragen.


Der Wagen sollte komplett von den Zeichen der Zeit (Rost) befreit werden. Um dieses in ganzer Gründlichkeit vornehmen zu können, mute die Karosserie gestrahlt werden. Hierzu mußten noch einige Verstrebungen eingeschweißt werden.


Schließlich sollte sich die Karosserie nicht verziehen.


Um die Kosten im Rahmen zu halten, wurden so viel Arbeiten wie möglich schon vorgenommen. Unmengen von Unterbodenschutz wurden entfernt.


Karosserieteile wurden ebenso aufbereitet bzw. vorerst begutachtet. So zum Beispiel die Türen.


Oder der Tank mit Ablaufstutzen.


Dort angekommen konnte die Arbeit beginnen. Vorher........


....und nachher.


Saubere Arbeit!


Lange Jahre passierte nichts. Es wurden, wenn möglich, weiterhin Teile zusammengetragen, die Karosserie blieb jedoch unberührt.

Dann endlich entschied sich der Eigner zur Vergabe der Karosseriearbeiten, die einen Umfang annahmen, die ein nicht Geübter kaum leisten kann. Damit wird ein neues Kapitel der Restauration aufgeschlagen:


Januar / Februar 2010: Die Blecharbeiten haben begonnen! Der Kofferraumboden ist ersetzt, der Eigner über die neu gefundenen maladen Stellen eher entsetzt.......

Das Heck macht den Anfang. Der defekte Kofferraum ist Geschichte.



Bei den Vorbereitungen wurde ein leichter Heckschaden entdeckt, der aber durch Einsatz eines passenden Bleches repariert werden konnte.



Weiter geht`s am Vorderwagen. Das Windleitblech wurde herausgeschnitten. Das Neuteil muss erst angepasst werden. Auch die Dreiecksbleche werden gegen neue getauscht.



Nun ist die Karosserie bereit für das Anpassen der neuen Frontkomponenten.



Nach Einsetzen der Innenkotflügel passt alles perfekt.



Das Windleitblech wurde ersetzt und dem übrigen Scheibenrahmen angepasst. Eine sehr aufwendige Arbeit, da die Sicke des Fensterrahmens per Hand herausgedengelt werden musste.



Der größere Ausschnitt der späten Schalterleiste muss der geringeren Größe der fühen MK 1 Schalterleiste angepasst werden. Auch die Mittelstrebe mitsamt der Konsolen für die frühen Sitze ist bereits eingeschweißt.


Auch auf der Rückbank könnten Passagiere  wieder Platz nehmen....theoretisch.



Die Beifahrerseite, nach einem Überschlag stark deformiert, trägt ihre Tür nun wieder mit passenden Spaltmaßen. Gut zu erkennen: Die Aussenscharniere aus Messing.



Auch der eingedrückte Schwellerbereich der Fahrerseite kann sich wieder sehen lassen.



Das Heck mit neuer Kofferraumklappe



Die Karosserie wächst weiter zu einem kompletten Fahrzeug.



In der Ausgabe 11/2009 berichtet das Magazin Oldtimer Praxis über den aktuellen Stand der Restaurierung . (Abb. OTP 11/2009, Redakteur Lars Rosenbrock)


Latest News:

Die Karosseriearbeiten wurden begonnen. Aktuelle Bilder werden hier nach den Arbeitsschritten publiziert.


Januar 2010: Eine Heizung konnte ergattert werden. Das neue Jahr fängt gut an.....




Juli 2010: Unverhofft kommt oft. Bei einer Restauration leider zu selten. Diesmal konnte ein Paar NOS Radkappen aufgetrieben werden. Jetzt fehlt nur noch ein zweites Paar gleichen Zustands........




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